Zweites Symposium Positive Psychologie in Heidelberg am 09.07.2011
300 begeisterte Teilnehmerinen und Teilnehmer kamen zum zweiten Symposium für Positive Psychologie nach Heidelberg. Interessierte aus unterschiedlichen Berufsgruppen, PsychologInnen, PsychotherapeutInnen, Coaches, PädagogInnen und StudentInnen bildeten ein breitgefächertes Publikum. Sie alle durften einen spannenden Tag voll mit neuesten, zum Teil ungemein praktischen Informationen erleben.
- Prof. Dr. Michael Eid verblüffte mit der statistisch belegten Tatsache, dass bereits an 44 % der deutschen Universitäten und Hochschulen -mit steigender Tendenz- zu Inhalten der Positiven Psychologie gelehrt und geforscht wird.
- Dr. Gunther Schmidt beschrieb aus hypnosystemischer Sicht, wie Menschen ihre Kompetenzen entdecken und nutzen können und arbeitete Parallelen zum Flowkonzept der Positiven Psychologie heraus.
- Dr. Philip Streit beschrieb den Aufbau und die Durchführung der vierzehn wichtigsten Interventionen der Positiven Psychologie und ihre Anwendungskontexte. Einfach, klar, unmittelbar verwendbar war der Tenor des Publikums dazu.
- Prof. Dr. Michael Frese skizzierte eine Positive Psychologie der Arbeit. Er arbeitete als zentralen Punkt die Rolle der Eigeninitiative und der Selbstbestimmtheit für ein Wohlfühlen, hohe Arbeitsmotivation und Effektivität von ArbeitnehmerInnen heraus. Darin eingebettet kann die Reflexion des Negativen sogar beflügelnde Wirkung haben.
- OStD Ernst Fritz-Schubert beschrieb den Zusammenhang zwischen gesellschaftlichem und pädagogischen Handelns auf der Basis eines tiefergehendes Glücksverständnisses. Er zeigte auf, dass das Schulfach Glück weit mehr ist als „happy“ zu sein. Es ist vielmehr ein umfassendes Konzept für Wohlbefinden und positive, ermutigende Bedingungen für das Lernen. Durch Schlüsselerlebnisse und deren Reflexion sammeln die SchülerInnen wertvolle Erkenntnisse und entdecken ihre Stärken, Potentiale und ihren Platz in der Gemeinschaft. Durch diese nachhaltigen Erfahrungen gewinnen sie wertorientierte Einstellungen und Haltungen.
- Heiko Ernst der Chefredakteur von „Psychologie Heute“ untersuchte in seinem viel beachteten Vortrag „Mögliche Glücksfallen“ wie z.B. die Anwendung-, die Optimismus-, die Individualismus- und die Absolutheitsfalle. Er betrachtete kritisch die Möglichkeiten der Positiven Psychologie im gesellschaftlichen Kontext. Dies sorgte dankenswerterweise für lebhafte Diskussionen.
- Kurz vor der Mittagspause hatte dann der überraschend auftretende Dr. med. Eckhart von Hirschhausen mit seinem satirischen Resümee die Lacher auf seiner Seite.
- Prof. Dr. Martin Seligman präsentierte dann am Nachmittag seine neue Wohlbefindenstheorie. Viele der Kritikpunkte von Heiko Ernst bestünden zu Recht, so der Professor aus Philadelphia, bezögen sich aber auf die alte Happiness-Theorie. Die neue Wellbeing-Theorie betont fünf Bereiche von Wohlbefinden und Glück. PERMA: Positive Emotionen, Engagement, Relationship, Meaning (Bedeutung, Sinn), Accomplishment (Zielerreichung). Das macht die Positive Psychologie zu einem breiten Modell das psychologisch gesprochen, auf subjektiven und objektiven Variablen beruht. Prof. Dr. Seligman berichtete über die vielen Anwendungsmöglichkeiten der Positiven Psychologie und trug seine Vision vor, dass im Jahre 2051, ca. 51% der Weltbevölkerung unter Bedingungen von Wellbeing leben könnten.
Für deutschsprachige Länder ist ein erstes PENN-zertifiziertes Training in angewandter Positiver Psychologie in greifbare Nähe gerückt. InteressentInnen können Seligman Europe über die Homepage und über This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. bzw. unter +43 69916030040 kontaktieren.
Mehr unter: Report vom Symposium in Heidelberg - Seligman Europe - Positive Psychology
